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Ausschreibung von 20 Fellowships am DIFIS

Nach einer ersten dreijährigen Phase des Fellowship-Programms startet am 01.10.26 eine zweite Runde, ebenfalls für drei Jahre. In interdisziplinären Teams soll Sozialpolitikforschung in vier Forschungsfeldern mit Blick auf zukünftige Herausforderungen und Möglichkeiten weiterentwickelt werden.

Das DIFIS bietet die Möglichkeit, grundlegende Themen und neue Fragestellungen in interdisziplinären Teams für Wissenschaft und Öffentlichkeit besonders sichtbar zu bearbeiten und Lösungsansätze im direkten Austausch mit Politik und Praxis zu erproben. Zu diesem Zweck vergibt das DIFIS im Rahmen seines Fellowship-Programms für den Zeitraum vom 01.10.2026 bis 30.09.2029 insgesamt 20 Fellowships für Professor*innen (w/m/d) und Postdoktorand*innen (w/m/d).

Hier finden Sie die Ausschreibung der Fellowships als pdf zum Download

Die 20 Fellowships verteilen sich gleichmäßig auf die insgesamt vier Forschungsfelder des DIFIS an den Standorten Duisburg (UDE) und Bremen (UB):

1. Forschungsfeld 1 (UDE): Arbeitswelt, Migration und soziale Sicherung
Im Forschungsfeld 1 „Arbeitswelt, Migration und soziale Sicherung“ wird Sozialpolitik zu Fragen der Arbeitswelt und Migration interdisziplinär in ihren ermöglichenden, absichernden, aber auch restringierenden Funktionen in zwei Schwerpunkten bearbeitet. Im Schwerpunkt Arbeitswelt können z.B. vergleichende Sektorenstudien ebenso wie die Untersuchung einzelner sozialpolitischer Fragestellungen zur Gestaltung der Arbeitswelt thematisiert werden. Der Schwerpunkt Migration und Sozialpolitik fokussiert sich auf die Aushandlungsprozesse zur Ausgestaltung des Zugangs zu sozialen Sicherungssystemen auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene. Er fragt nach dem Zusammenwirken von überlappenden Ein- und Ausschlüssen und deren Wirkungen auf die Lebenslage von Migrant*innen. Besonders begrüßt werden Bewerbungen mit Vorhaben zu Schnittmengen von Migration und Arbeit, etwa der Frage, wie in grenzüberschreitenden Arbeitsmärkten und transnationalen Erwerbsbiographien der Zugang zur sozialen Sicherung gestaltet ist. 

2. Forschungsfeld 2 (UB): Lebensläufe und ihre sozialpolitische Gestaltung

Das Forschungsfeld 2 „Lebensläufe und ihre sozialpolitische Gestaltung“ beschäftigt sich mit sozialpolitischen Regelungen, die individuelle Lebensläufe strukturieren, sowie mit den Wechselwirkungen zwischen Lebenslaufdynamiken und deren institutioneller Ausgestaltung. Ein besonderer Fokus liegt auf den Themen soziale Absicherung und Sorgearbeit im Lebenslauf, Alterssicherung sowie auf Fragen des Zusammenhangs von Arbeitsbedingungen und Gesundheit im Lebensverlauf. Sowohl theoretische als auch empirische Ansätze werden verfolgt. Methodisch ist das Feld offen für quantitative und qualitative Zugänge ebenso wie für Mixed-Methods-Designs. Das Themenfeld soll aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven bearbeitet werden

3. Forschungsfeld 3 (UDE): Steuerung, Organisation und Implementation von Sozialpolitik
Im Forschungsfeld 3 des DIFIS wird untersucht, wie der Sozialstaat strukturiert und gesteuert werden kann, um aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Steuerung, Organisation und Implementation einer zukunftsorientierten Sozialpolitik sowie die Entwicklung von Gestaltungswissen. Die Forschung orientiert sich an drei zentralen Zieldimensionen: Funktionalität (Zuständigkeiten, Institutionen, Schnittstellen), Zugänglichkeit (Mechanismen, Prozesse) und Responsivität (Feedback, Interessen- und Selbstvertretung) des Sozialstaats. In der Förderphase bis Ende 2029 werden bestehende Arbeiten vertieft und neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Dazu zählen insbesondere: vorbeugende Sozialpolitik für Kinder und Jugendliche sowie deren Schnittstellen zu Bildungs-, Gesundheits- und Jugendhilfesystemen, Sozialpolitik auf kommunaler Ebene, die Perspektive von Adressat*innen sozialpolitischer Maßnahmen, Arbeitsbedingungen in sozialen Feldern, Armut sowie Digitalisierung als Querschnittsthema.


4. Forschungsfeld 4 (UB): Sozial-ökologische Konfliktlinien
Im Forschungsfeld 4 „Sozialökologische Konfliktlinien“ werden Fragen der ökologischen Transformation, des sozialstaatlichen Handelns und gesellschaftlicher Konflikte zusammengeführt. Im Zentrum stehen Analysen der Wechselwirkungen zwischen Systemen sozialer Sicherung, ökologischen Herausforderungen sowie Veränderungen grundlegender Lebens- und Versorgungsbedingungen. Untersucht wird insbesondere, wie sich diese Dynamiken in Verteilungs-, Gerechtigkeits- und Teilhabekonflikten manifestieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der sozialen Ausgestaltung des Klimaschutzes, der Wohnungspolitik sowie weiteren Politikfeldern, in denen sich sozial-ökologische Konflikte verdichten. Das Forschungsfeld umfasst sowohl theoretische als auch empirische Arbeiten und ist methodisch offen für qualitative, quantitative und Mixed-Methods-Ansätze. Die Bearbeitung erfolgt aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. 

Zur Bewerbung sind sowohl Professor*innen als auch PostDocs aller deutschen Hochschulen als auch Beschäftigte außeruniversitärer Forschungseinrichtungen eingeladen. Die Mitarbeit der Fellows erfordert keine regelmäßige Anwesenheit am koordinierenden DIFIS-Standort. Eine regelmäßige Teilnahme an Online-Meetings ist aber erforderlich. Präsenz-Treffen finden ggf. nach Absprache im Forschungsfeld statt. 

Ziel des Fellowship-Programms
Das DIFIS-Fellowship-Programm bringt Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen und Institutionen (Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen) zusammen, um die interdisziplinäre Sozialpolitikforschung in Deutschland zu stärken. Ein Ziel des DIFIS ist es, sozialpolitische Forschung zu betreiben, die praxisrelevantes Wissen für die zukünftige Gestaltung der Sozialpolitik in Deutschland generiert. Im Fokus steht die Identifikation zukünftiger Herausforderungen und zentraler Themen im Bereich Sozialpolitik sowie die Entwicklung zukunftsorientierter Lösungsansätze.
Die Fellows arbeiten aktiv mit den wissenschaftlichen Referent*innen der Forschungsfelder zusammen, entwickeln die Forschungsagenda des jeweiligen Forschungsfeldes für die neue Förderphase und bringen ihre geplanten Aktivitäten in das DIFIS-Forschungsprogramm ein. Sie werden durch das DIFIS umfassend bei der Erarbeitung und Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse, der Organisation von Veranstaltungen, der Entwicklung von Verbundanträgen sowie beim Transfer von Forschungserkenntnissen in Wissenschaft und Praxis unterstützt. Ebenso wird die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Community und mit relevanten Praxisakteur*innen gezielt gefördert.
Durch die Öffnung des Fellowship-Programms auch für Postdoktorand*innen fördert das DIFIS gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs und bietet jungen Forschenden eine Plattform, um eigene Netzwerke aufzubauen und interdisziplinär zusammenzuarbeiten. 

Was wir bieten
Die Fellowships werden für die Dauer von drei Jahren (01.10.2026 bis 30.09.2029) vergeben. Sie ermöglichen den Fellows, an der Umsetzung und Weiterentwicklung des DIFIS-Forschungsprogramms mitzuwirken sowie eigene sozialpolitikbezogene Forschungsideen weiterzuentwickeln und zu realisieren. Für jedes Fellowship steht im DIFIS ein Budget in Höhe von 30.000 Euro für die gesamte Laufzeit des Fellowships (01.10.2026 bis 30.09.2029) zur Verfügung. Die Fellows können die Mittel – je nach individueller Vereinbarung –für ein flexibles Instrumentarium an Fördermöglichkeiten verwenden, beispielweise für:

  • Publikationen (Artikel in Fachzeitschriften, Sammelband, Special Issues),
  • die Einstellung von studentischen/wissenschaftlichen Hilfskräften
  • die Aufstockung von Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen-Stellen
  • die Übernahme von Kosten für eine Lehrvertretung
  • Gebühren zur Teilnahme an Konferenzen
  • Veranstaltungen sowie
  • kleinere Forschungsprojekte


Die Fellows arbeiten im jeweiligen Forschungsfeld eng mit einer wissenschaftlichen Referentin bzw. einem wissenschaftlichen Referenten und ggf. mit weiteren Mitgliedern des Forschungsfeldes zusammen, sowohl bei der Organisation und Umsetzung der Forschungsvorhaben als auch bei Vernetzungsaktivitäten. Ihre Arbeit ist in den DIFIS-Gesamtkontext eingebunden, wodurch bei Bedarf und bei vorhandenen Mitteln des DIFIS zusätzliche finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können. 

Was wir erwarten
  • Hintergrund in Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Soziologie, Sozialer Arbeit, Sozial-/Arbeitsrecht, Sozialethik, Sozialgeschichte oder verwandten Fachrichtungen mit ausgewiesener Expertise in der Sozialpolitikforschung
  • Mitarbeit an und Weiterentwicklung von interdisziplinären Forschungsprojekten und -fragestellungen
  • Mitwirkung an prospektiver Sozialpolitikforschung
  • Beitrag zu den DIFIS-Publikationsformaten: https://difis.org/publikationen/
  • Bereitschaft zur inhaltlichen Abstimmung von Forschungsschwerpunkten mit den übrigen Fellows im Forschungsfeld sowie mit der Leitungsebene des DIFIS
  • Konsequentes Mitdenken des Transfer- und Anwendungsbezugs der am DIFIS erbrachten Forschung: https://difis.org/forschung/informationen-zu-den-difis-forschungsfeldern/
  • Konzeption und (Mit-)Organisation von Veranstaltungen im jeweiligen Forschungsfeld
  • Bereitschaft zu Reisen zu Austausch- und Vernetzungstreffen sowie Präsenzveranstaltungen im Kontext des DIFIS
  • Engagement, Eigeninitiative und Teamfähigkeit sowie eine sorgfältige und verlässliche Arbeitsweise


Bewerbungen sollten folgende Informationen bzw. Dokumente umfassen:
  • Angabe des Forschungsfelds, für das die Bewerbung erfolgt
  • eine circa dreiseitige Skizze mit Erläuterungen zu den geplanten Forschungsschwerpunkten und Aktivitäten während des Fellowships sowie ihrer möglichen Passung zum DIFIS-Forschungsprogramm
  • Wissenschaftlicher Lebenslauf mit Publikationsliste


Das DIFIS begrüßt besonders Bewerbungen von qualifizierten Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte. Personen mit einer Schwerbehinderung oder diesen Gleichgestellte werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt; dies gilt auch für Frauen in den Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind. 

Bewerbungen sind bis zum 31.05.2026 möglich und sollen an die Leitung des DIFIS gerichtet sein. Die DIFIS-Leitung steht auch für allgemeine Rückfragen zum Bewerbungsprozess zur Verfügung.

Prof. Dr. Ute Klammer
Direktorin des DIFIS
Universität Duisburg-Essen
E-Mail: ute.klammer@difis.org


Prof. Dr. Frank Nullmeier
stellv. Direktor des DIFIS
Universität Bremen
E-Mail: frank.nullmeier@difis.org


Bei Interesse an einem bestimmten Forschungsfeld können Sie sich vor einer Bewerbung gerne an unsere zuständigen wissenschaftlichen Referentinnen und Referenten wenden:

1. Dr. Kirsten Hoesch (kirsten.hoesch@difis.org): wissenschaftliche Referentin, Forschungsfeld 1: Arbeitswelt, Migration und soziale Sicherung (UDE)
2. Miriam Laschinski (miriam.laschinski@difis.org): wissenschaftliche Referentin, Forschungsfeld 2: Lebensläufe und ihre sozialpolitische Gestaltung (UB)
3. Marina Ruth (marina.ruth@difis.org): wissenschaftliche Referentin, Forschungsfeld 3: Steuerung, Organisation und Implementation von Sozialpolitik (UDE)
4. Felix Bernshausen (felix.bernshausen@difis.org): wissenschaftlicher Referent, Forschungsfeld 4: Sozial-ökologische Konfliktlinien (UB)


Die Vergabe der Fellowships erfolgt voraussichtlich bis zum 31.07.2026 unter Mitwirkung des wissenschaftlichen Beirats und des Vorstands des DIFIS. 

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