Prof. Dr. Jeannette Brosig-Koch

Stiftungsprofessur: "Volkswirtschaftslehre, insbesondere verhaltensbasierte Sozialpolitik (Behavioral Social Policy)", Universität Magdeburg

Der Forschungsschwerpunkt der Stiftungsprofessur liegt in den Bereichen Sozialpolitik – insbesondere der Analyse gesundheitsökonomischer Fragestellungen und deren enge Verbindung zu anderen Bereichen der Sozialpolitik – und ökonomische Verhaltensforschung. Charakteristisch für diese Forschungsrichtungen ist die enge Verknüpfung von mikrotheoretischen Methoden (zum Beispiel der Spieltheorie und verhaltensökonomischen Theorien) mit quantitativ-empirischen Methoden (insbesondere der experimentellen Wirtschaftsforschung). Aktuelle Projekte der Professur lassen sich den Bereichen Nachhaltiges Handeln (Wie verhalten sich große Gruppen im Kontext des Klimaschutzes?), Verbraucherschutz (Entwicklung eines neuen Mechanismus zum Qualitätstest von Produkten und Dienstleistungen), Gesundheitspolitik (Welche Konsequenzen hat Wettbewerb zwischen Ärzten für die Patienten?) und Arbeitsmarktpolitik (Gestaltung von Online‐Arbeitsmärkten) zuordnen. Weitere Forschungsprojekte sind in den Bereichen Arbeitsmarktpolitik, soziale Sicherung, Sozialverhalten und Gesundheitspolitik geplant. Die Forschungsergebnisse sollen dafür genutzt werden, die verhaltenstheoretischen Grundlagen sozialpolitischer Modelle empirisch zu prüfen, sie weiterzuentwickeln und auf neue Fragestellungen anzuwenden.


In der Lehre engagiert sich das Team der Stiftungsprofessur vor allem in dem an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg neu eingerichteten interdisziplinären Studiengang „Wirtschaft und Gesellschaft“ (B. Sc.) und in dem englischsprachigen Studiengang „Economic Policy Analysis“ (M. Sc.) und ergänzt die Ausbildung in den Bereichen Sozialpolitik, Verhaltensökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung. In den Lehrveranstaltungen sollen Studentinnen und Studenten zum einen die innovativen, verhaltensorientierten Modelle der ökonomischen Theorie sozialstaatlichen Handelns im direkten Vergleich zu den Standardmodellen kennenlernen und sich mit beiden Modellwelten kritisch auseinandersetzen. Zum anderen sollen konkrete, empirisch gestützte Anwendungen der verhaltensbasierten und der Standardmodelle auf die Institutionen des deutschen Sozialstaats - auch im internationalen Vergleich - untersucht werden. Die Lehrveranstaltungen sollen Studentinnen und Studenten für eine verhaltensbasierte ökonomische Analyse und Gestaltung sozialpolitischer Maßnahmen qualifizieren.

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