Prof. Dr. Philipp Lersch

Stiftungsprofessur: "Soziologie der Sozialpolitik", Humboldt Universität Berlin

In der Forschung untersucht die Professur soziale Ungleichheiten aus einer vergleichenden Lebensverlaufsperspektive. Ziel ist ein besseres Verständnis davon zu erlangen, wie intra- und intergenerationale familiale Prozesse im Kontext verschiedener Wohlfahrtstaaten und unter Berücksichtigung demographischer Veränderungen zu diesen Ungleichheiten führen. Dabei beschäftigt sich die Professur vor allem mit Vermögensungleichheiten sowie Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt. Es wird theoriegeleitete, quantitative empirische Forschung mit Längsschnittdaten wie dem Sozio-oekonomischen Panel und experimentellen Daten durchgeführt. In der Lehre werden verschiedene Veranstaltungen in den Bereichen soziale Ungleichheit und Sozialpolitik für B.A. und M.A. Studierende angeboten. Der Lehrbereich kooperiert eng mit der SOEP-Gruppe am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.


Am Institut für Sozialwissenschaften (ISW) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) wird eine neue Professur für „Soziologie der Sozialpolitik“ eingerichtet. Die auf Dauer eingerichtete Stiftungsprofessur wird in den ersten fünf Jahren mit mehr als einer Million Euro vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Damit soll ein Beitrag zur Stärkung von Forschung und Lehre im Bereich der Sozialpolitik an deutschen Hochschulen geleistet werden.


Die Professur soll sich schwerpunktmäßig mit Fragen des Verhältnisses von Ungleichheit und Sozialpolitik beschäftigen. Vor dem Hintergrund des rapiden Wandels der Arbeitswelt, des technologischen Wandels und sozialstrukturellen Veränderungen soll erforscht werden, wie verschiedene Gruppen der Gesellschaft von Änderungen betroffen sind und welche neuen Anforderungen sich dadurch an investive und umverteilende Sozialpolitik stellen. Dabei soll nicht nur eine mehrdimensionale Ungleichheitsperspektive leitend sein, sondern es sollen auch subjektive Aspekte und Copingstrategien berücksichtigt werden. Die Forschung der Professur soll auch Fragen der Neugestaltung sozialpolitischer Instrumente adressieren. Ziel ist es, anhand von empirischen Befunden sowohl für die Politik als auch die Öffentlichkeit transparent zu machen, wie sich unterschiedliche sozialpolitische Entscheidungen sowohl auf den Lebensverlauf von Individuen als auch auf Kenngrößen wie Primärverteilung, Teilhabechancen und zukünftige Einkommensverteilung auswirken.


Die Professur wird in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und dem dort ansässigen Sozio-oekonomischen Panel (DIW Berlin / SOEP) auf Dauer eingerichtet und soll durch die Mitwirkung am Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS) einen Beitrag zur evidenzbasierten Erforschung des Wandels des Systems der sozialen Sicherung leisten

Jüngste Veröffentlichungen

  • Boertien, Diederik & Lersch, Philipp M. 2021. Gender and Changes in Household Wealth after the Dissolution of Marriage and Cohabitation in Germany. Journal of Marriage and Family 83/1: 228–242.

  • Lersch, Philipp M. & Baxter, Janeen. 2021. Parental Separation during Childhood and Adult Children’s Wealth. Social Forces 99/3: 1176–1208.

  • Lersch, Philipp M., Grabka, Markus M., Rüß, Kilian & Schröder, Carsten. 2021. Wealth of Children from Single-Parent Families: Low Levels and High Inequality in Germany. Journal of European Social Policy 31/5: 565–579.

  • Nutz, Theresa & Lersch, Philipp M. 2021. Gendered Employment Trajectories and Individual Wealth at Older Ages in Eastern and Western Germany: A Life Course Perspective. Advances in Life Course Research 47. 100374.

  • Tisch, Daria & Lersch, Philipp M. 2021. Distributive Justice in Marriage: Experimental Evidence on Beliefs about Fair Savings Arrangements. Journal of Marriage and Family 83/2: 516–533.

  • Vidal, Sergi; Lersch, Philipp M. 2021. Panel Data in Research on Mobility and Migration. A Review of Recent Advances. Comparative Population Studies 46.