sozialpolitikblog
Rechts unten sind Solarplatten zu sehen, darüber eine grüne Landschaft mit Windrädern. Im oberen und linken Teil des Bildes sind zwei Personen zu sehen, die an zwei Laptops arbeiten.
Silke Bothfeld, 08.06.2023

Welche Rolle für die Gewerkschaften in einer neuen Interessenskonstellation für die sozial-ökologische Transformation?

In der Sozialpolitikforschung hatte die Beschäftigung mit der sozial-ökologischen Transformation lange Zeit einen marginalen Stellenwert (für einen Literaturüberblick siehe Bohnenberger 2022) und die meisten Beiträge waren von großer Skepsis gegenüber dem erwerbszentrierten Modell der sozialen Sicherung geprägt (beispielhaft Koch 2019). Eines der zentralen Strukturprinzipien des Sozialstaats, das besonders relevant erscheint, um die Anpassungsfähigkeit – und das Anpassungspotential des deutschen Sozialmodells an die Herausforderungen des Klimawandels auszuloten, ist die Grundkonstellation um den Konflikt zwischen Arbeit und Kapital.

Die Gewerkschaftsbewegung – eine Barriere für die ökologische Transformation?

In der sozial-ökologischen Transformationsdebatte gilt das Machtspiel zwischen Arbeit und Kapital öfter als Barriere und Problem für die ökologisch notwendige Anpassung unserer Wirtschaftsweise, denn als produktiver Mechanismus der Transformationsgestaltung (Brand 2019). Der Grundkonflikt ist jedoch für den deutschen Sozialstaat strukturgebend. An die Stelle einer politischen Grundkritik sollte daher verstärkt die wissenschaftliche Analyse der Bedingungen für die Integration ökologischer Zielsetzungen in diesen Interessenskonflikt treten. Hierzu können wir uns auf die Grundeinsicht von Esping-Andersen (1990) berufen, dass Machtverhältnisse durch gesellschaftliche Konflikte und Koalitionsbildung entschieden und in Form (sozial-)politischer Institutionen verankert werden. Sozialpolitische Interventionen bedeuten somit immer eine Parteinahme und eine Verschiebung des aktuellen Machtverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital – und rufen dementsprechend stets Widerstand hervor. Entsprechend sind Struktur und Alltagskultur einer Gesellschaft auch von diesen ‚erstarrten‘ Interessenskonflikten geprägt. Mit dem Übergang zum Sozialstaat wurde die liberale Ausrichtung des Rechtsstaats des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der vor allem die individuelle Freiheit vor staatlicher Bevormundung im Blick hatte, überwunden (Kaufmann 2002). Parallel zur pluralen liberalen Demokratie etablierte sich die ‚unbürgerliche‘ Gewerkschaftsbewegung (Streeck 2021) mit dem Ziel, die schlimmsten sozialen Auswüchse der marktwirtschaftlich organisierten Industriegesellschaft einzuhegen. Das Kollektiv der Arbeiterbewegung hat sich im Kampf gegen Armut und Ungleichheit geformt und vermittels der parlamentarischen Kanalisierung ihrer Anliegen durch die Sozialdemokratie die Etablierung von sozialen und Statusrechten erreicht. Dem massiven politischen Druck – nicht politischer oder gesellschaftlicher Vernunft der bürgerlichen Mitte – ist zu verdanken, dass die Teilhabe an Wohlstand und politischer Mitgestaltung für die Arbeiter*innen durchgesetzt werden konnte. Die Wirkmächtigkeit dieser Grundkonstellation gilt es anzuerkennen, wenn wir nach Anknüpfungspunkten für die Durchsetzung neuartiger gesellschaftlicher Interessen und die Überwindung des häufig angenommenen Zielkonflikts zwischen dem Kampf um soziale und ökologische Interessen suchen.                     

Der Kampf um gute und nachhaltige Arbeit

Dabei ist zu bedenken, dass der Interessenskonflikt über die Teilhabe der ‚Besitzlosen‘ (Castel 2005) an einem guten Leben auch heute keinesfalls erledigt ist – im Gegenteil: Die soziale Ungleichheit hat sich seit den 1980er Jahren durch die Deregulierung des Arbeitsmarkts und die Vermarktlichung und Finanzialisierung existentiell unentbehrlicher Güter und Leistungen verstärkt. Wie die Arbeitskämpfe der jüngeren Zeit zeigen, haben sogar traditionell eher schwache Beschäftigtengruppen, nämlich die (frauendominierten) sozialen Dienstleistungsbereiche, diese kollektive Form des Machtkampfs für sich entdeckt. Das Machtspiel zwischen Arbeit und Kapital muss also ein Ausgangspunkt, nicht Endpunkt der Überlegungen sein, wie der sozial-ökologischen Transformation mit den Mitteln des Sozialstaats zu begegnen ist. So wäre zu fragen, unter welchen Bedingungen Gewerkschaften und Arbeitgeber den Gegenstand des Konflikts neu bestimmen: Wie können industrielle Transformationsprozesse gerecht ausgestaltet werden? Was wissen wir über die Veränderungsbereitschaft von Gewerkschaften und Arbeitgebern oder der Betriebsparteien? Was gilt jenseits der materiellen Ausgestaltung der Arbeitsverhältnisse für die Beschäftigten als Teil eines ‚guten Lebens‘? Dass die Sicherung eines möglichst hohen Einkommens in der Tarifpolitik längst durch qualitative Aspekte wie Weiterbildung, Freistellungen oder innovative Arbeitszeitregelungen ergänzt werden, zeigt, dass Betrieb und Tarifpolitik schon zu Arenen für die Aushandlung von breit angelegten Schutz- und Anpassungsmaßnahmen geworden sind. Wo finden sich dann aber neue gesellschaftliche Koalitionen für ein neues nachhaltiges Verständnis eines guten Lebens? Und (wie) kann öffentliche Politik die notwendigen Umbauprozesse unterstützen?

Drei Perspektiven für die Forschung

Aus diesen Fragen ergeben sich für die Sozialpolitikforschung oder die Forschung zu den Industriellen Beziehungen mindestens drei interessante Forschungsstränge. Erstens wird die Frage nach der Möglichkeit gerechter Übergänge (‚just transition‘) und der Kompatibilität sozialer mit ökologischen Zielsetzungen im Tarifkonflikt zeigen, inwiefern die tragenden Institutionen der Erwerbsgesellschaft – Tarifpolitik, betriebliche Mitbestimmung oder Arbeits­marktpolitik – weiterentwickelt und Zielkonflikte ausgeräumt werden können. Die klimapolitische Position der IG-Metall bietet inzwischen ein breites Spektrum an Vorschlägen für den Umbau von Produktion, Mobilität und Konsumentenverhalten und soziologische Konfliktanalysen loten derzeit bereits die Überschneidungen sozialer und ökologischer Interessen und Einstellungen in der Bevölkerung aus (Eversberg 2023). Zweitens zeichnet sich eine Veränderung des tripartistischen Steuerungsmodells – also des Zusammenwirkens zwischen Staat und Sozialpartnern – im Bereich Arbeit und Wirtschaft ab: Die Wirtschaftspolitik setzt mit Subventionen und Förderprogrammen bereits große Anreize für industrielle Anpassungsprozesse. Arbeitsmarktpolitische Instrumente, insbesondere die Weiterbildungsförderung oder das Kurzarbeitergeld werden bereits für notwendige Anpassungen auf Seiten der Arbeitskräfte eingesetzt. Die Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation wird also verstärkt als Staatsaufgabe verstanden. Möglicherweise wandelt sich der Staat aktuell damit tatsächlich, wie Kaufmann bereits vor zwanzig Jahren skizzierte, vom bloß ‚intervenierenden‘ Sozialstaat zu einem „Steuerungsstaat“, der sich die Gewährleistung des „unschädlichen Zusammenspiels der Eigendynamik der verschiedenen sozialen Systeme“ (Kaufmann 2002) zur Aufgabe macht. Ganz konkret entstehen im Bereich ‚grüner Stahl‘ derzeit große Modellvorhaben der industriellen Transformation, in denen ein neues tripartistisches und industriepolitisches Zusammenspiel bei der Gestaltung von Transformationsprojekten erprobt und die Rahmenbedingungen erforscht werden. So wird derzeit in Bremen die Umstellung des Stahlwerks auf Wasserstofftechnologie aus EU-, Bundes- und Landesmitteln gefördert und durch einen von der IG-Metall initiierten Beschäftigungspakt begleitet. Und schließlich stellt sich, drittens, die ‚alte‘ Frage nach neuen gesellschaftlichen Interessenskoalitionen in bislang ungekannter Dringlichkeit. Seit einigen Jahren werden politische und wissenschaftliche Debatten im Gewerkschaftslager über das politische Potential einer „Mosaiklinken“ (Urban 2009; Aulenbacher 2021 u.a.) als Vorbotin neuer gesellschaftlicher Koalitionen für die Gestaltung einer Transformation der Arbeits- und Sozialpolitik geführt und ausgelotet. Sicherlich wird auch die Forschung zu den neuen sozialen Bewegungen helfen zu verstehen, inwiefern sich die junge Klimabewegung von einer ‚unbürgerlichen‘ (und teilweise wieder kriminalisierten) zu einer gesellschaftlich anerkannten und wirkmächtigen politischen Kraft entwickeln kann und Bündnisse zur Durchsetzung konkreter politischer Anliegen zu knüpfen vermag (Brand 2017). Kurz – eine der zentralen aus der Sozialpolitikforschung heraus formulierten Frage wird ohne Zweifel die Grundsatzfrage nach einem Wandel der polit-ökonomischen Interessenskonstellation und die Rolle der öffentlichen Hand in diesen Prozessen sein.

Literatur

Aulenbacher, B., Deppe, F., Dörre, K., Ehlscheid, C. und Pickshaus, K. (Hg.) (2021). Mosaiklinke Zukunftspfade. Gewerkschaft, Politik, Wissenschaft. Münster, Westfälisches Dampfboot.

Brand, K.-W. (2017). Zur Problematik der Steuerung sozial-ökologischer Transformationsprozesse. In: ders. (Hg.) Die sozial-ökologische Transformation der Welt: ein Handbuch. K.-W. Brand. Frankfurt, Campus Verlag: 117-154.

Brand, U. (2019). "In der Wachstumsfalle." Die Gewerkschaften und der Klimawandel. Blätter für deutsche und international Politik 7: 79-88.

Castel, R. (2005). Die Stärkung des Sozialen. Hamburg, HIS Verlagsgesellschaft.

Esping-Andersen, G. (1990). The Three Worlds of Welfare Capitalism. Cambridge, Polity Press.

Eversberg, D. (2023). "Anpassung, Verteilung, Externalisierung: Drei Dimensionen des sozial-ökologischen Transformationskonflikts." PROKLA. 53 (210): 137-159.

Kaufmann, F.-X. (2002). Diskurse über Staatsaufgaben. Sozialpolitik und Sozialstaat: Soziologische Analysen, Springer: 297-321.

Koch, M. (2019). "Nachhaltige Wohlfahrt." Kursbuch 55 (197): 177-190.

Streeck, W. (2021). Zwischen Globalismus und Demokratie: Politische Ökonomie im ausgehenden Neoliberalismus: Suhrkamp Verlag.

Urban, H.-J. (2009). "Die Mosaik-Linke. Vom Aufbruch der Gewerkschaften zur Erneuerung der Bewegung." Blätter für deutsche und internationale Politik (5): 71-78.

 


Silke Bothfeld 2023, Welche Rolle für die Gewerkschaften in einer neuen Interessenskonstellation für die sozial-ökologische Transformation?, in: sozialpolitikblog, 08.06.2023, https://difis.org/blog/?blog=65

Zurück zur Übersicht

Weitere Beiträge zum Thema

Beine zweier Personen, eine erwachsen, eine im Kindesalter, mit Gummistiefeln bekleidet in einer Pfütze springend.
Christian Gräfe, 22.02.2024
Familienleben im Grundsicherungsbezug
Familien, die mit dem Existenzminimum leben, begegnen im Alltag vielen Zwängen und erleben kritische Lebensphasen. Eine qualitative Studie beleuchtet die Lebenswelten von Familien in der Mindestsicherung und deren Strategien, Armutslagen zu verarbeiten. Fachkräfte in Jobcentern beeinflussen die Lebenssituation von Familien und müssen sich auf die Lebensumstände der Familien einstellen.
weiterlesen
Foto aneinander gelegter Gürtel deren Schnallen nach unten zeigen; die Gürtel haben verschiedene Farben.
sozialpolitikblog-Gespräch 14.12.2023
„Wir müssen das gesellschaftliche Existenzminimum verteidigen“
Die geplante Erhöhung des Bürgergelds für 2024 kommt, darauf haben sich die Spitzen der Koalition geeinigt. Doch der Regelsatz liegt schon heute unter der existenzsichernden Grenze, sagt Prof. Anne Lenze von der Hochschule Darmstadt. Das habe nicht nur für Bürgergeldbezieher*innen Folgen, sondern für alle.
weiterlesen
Strickzeug aus bunter Wolle als Sinnbild für die Verwobenheit sozialer Kategorien aus intersektionaler Perspektive.
Katrin Menke, 30.11.2023
Intersektionale Sozialpolitik? Eine überfällige Perspektiverweiterung
Der Sozialstaat fängt soziale Ungleichheiten nicht nur ab, sondern bringt auch selbst welche hervor. Während feministische Perspektiven auf genderbezogene Ungleichheiten längst Teil sozialpolitischer Debatten und Analysen sind, steht ein intersektionaler Blick auf Sozialpolitik in Deutschland noch am Anfang. Ein Plädoyer für mehr Komplexität und Diversität.
weiterlesen
Die Silhouette einer Familie mit Kleinkind im Gegenlicht der Sonne auf einem Feld.
Almut Peukert, 04.10.2023
Die Kürzung des Elterngelds betrifft wenige und empört viele
Die Streichung des Elterngelds für wohlhabende Eltern hat hohe Wellen in der öffentlichen Debatte geschlagen. Welche zentralen Argumentationslinien die Debatte kennzeichnen, ob sie empirisch stichhaltig sind und warum der Protest gegen die Reform breite Unterstützung bekam, analysiert Prof. Dr. Almut Peukert von der Universität Hamburg.
weiterlesen
Eine Person mit gestreiftem Pullover und Armstulpen umklammert auf Bauchhöhe eine Wärmflasche.
Stephan Rixen, 28.09.2023
Ist sozial gerechter Klimaschutz möglich?
Der Streit über Heizungsgesetz und Klimageld verdeutlicht:
Klimaschutz gelingt nur, wenn Sozialpolitik mitgedacht wird. Ohne Änderungen des Lebensstils wird es nicht gehen, schreibt Prof. Stephan Rixen von der Universität zu Köln, doch die Lasten des Wandels müssen gerecht verteilt werden.
weiterlesen
Die Fassade eines Hochhauses im Berliner Hansaviertel nach einem Entwurf des Architekten Pierre Vago ragt in den Himmel.
Konstantin A. Kholodilin, 14.09.2023
Kaum neue Sozialwohnungen trotz Wohnungsnot
Der soziale Wohnungsbau ist ein wirksames Mittel, um Haushalte mit Wohnungen zu versorgen. Wurden bis in die 1970er noch etliche Sozialwohnungen gebaut, ist Deutschland beim Sozialwohnungsbau heute in Europa fast Schlusslicht. Dr. habil. Konstantin Kholodilin vom DIW Berlin analysiert die Geschichte und die Auswirkungen der Bauförderung.
weiterlesen
Die Sonne geht zwischen zwei Gipfeln am Horizont auf.
sozialpolitikblog-Gespräch 03.08.2023
Eine Sozialpolitik der Zuversicht
Elendsvermeidung durch Umverteilung von Geld ist wichtig. Doch im Sozialstaat sollten auch Zukunftsaussichten und Perspektiven umverteilt werden, sagt PD Dr. Felix Heidenreich, wissenschaftlicher Koordinator des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung an der Universität Stuttgart im Gespräch mit sozialpolitikblog.
weiterlesen
Auf einem Marktplatz trinkt ein kleiner braun und weiß gescheckter Hund aus einem Hydranten Wasser.
Dorothea Baltruks, 29.06.2023
Lauterbachs Hitzeschutzplan: Sozialpolitik darf nicht fehlen!
Auf den Plan aus dem Bundesgesundheitsministerium haben manche gewartet wie auf den Regen nach langer Trockenzeit. Ein nationaler Hitzeaktionsplan ist sinnvoll, schreibt Dorothea Baltruks vom Center for Planetary Health Policy (CPHP). Dieser sollte Gesundheitsfachleute, Länder und Kommunen unterstützen sowie Strategien der Prävention und Klimaanpassung sinnvoll ergänzen.
weiterlesen
Ein Diagramm mit blauen Balken zum Klassenverhältnis einer Gesellschaft.
Klaus Dörre, 06.04.2023
Transformationskonflikte: Der ökologische Wohlfahrtsstaat als nachhaltige Vision
Ökologische Groß­gefahren wie die des Klimawandels betreffen alle, aber eben nicht in gleicher Weise und sie machen auch nicht alle gleich. Im Gegenteil: In Gesellschaften, in denen der demo­kratische Klassen­kampf öffentlich marginalisiert wird, kann sich der ökologische Gesellschafts­konflikt in einen Modus ideologischer Beherrschung verwandeln. In Klassen­lagen, die von den Zwängen des Lohns und der Lohnarbeit geprägt werden, löst dies Wider­ständigkeiten aus, die als gewaltiger Brems­klotz für ökologische Nach­haltig­keit wirken. Ändern lässt sich das nur, wenn eine soziale Infrastruktur geschaffen wird, die der so dringend nötigen Nach­haltigkeits­wende Schub­kraft verleiht.
weiterlesen
Eine Grafik aus einer alten Zeitschrift über die deutsche Sozialversicherung. Ein Baum bildet einen Finanzüberblick. Links und rechts sind Abbildungen zur Krankenversicherung, Invaliden-Fürsorge, Altersversicherung und Hinterbliebenen-Fürsorge.
Wilfried Rudloff, 19.01.2023
Historische Forschungen zum deutschen Sozialstaat
Neben zweier Groß- und Langzeitprojekte zur historischen Sozialpolitikforschung in Deutschland sind weitere diesbezügliche Forschungsprojekte von Gewicht ebenfalls abgeschlossen. Der Beitrag bietet eine Zwischenbilanz und einen Ausblick auf mögliche Wege einer künftigen historischen Sozialpolitikforschung. Zusätzlich wird diskutiert, wie sich die historische Sozialstaatsforschung künftig strategisch positionieren sollte.
weiterlesen
Eine Frau steht vor einer blauen Kletterwand mit bunten Klettergriffen und schaut nach oben.
Stefanie Diemand, 27.10.2022
Geht es immer weiter nach oben?
Bis heute ist die Vorstellung, dass es die nächste Generation einmal besser haben soll, tief verankert in der deutschen Gesellschaft. Damit geht auch der Vorstellung einher, dass ein Aufstieg mit Fleiß und dem Zugang zu guter Bildung wirklich jedem Einzelnen gelingen kann. Aber ist das wirklich (noch) so?
weiterlesen
Auf verschiedenen Geldnoten sind Würfel mit Buchstaben aufgereiht. Die Würfel bilden das Wort "Gewerkschaft".
Tina Groll, 15.09.2022
Booster für die Sozialpartnerschaft: Warum die Menschen Vertrauen in den Sozialstaat haben sollten
Gewerkschaften, Sozialverbände, aber auch Arbeitgeberverbände sind die Treiber für die Sozialpolitik in Deutschland. Ihre Rolle wird zurecht vom Bundeskanzler wieder aufgewertet.
weiterlesen
Auf weißem Hintergrund steht in Großbuchstaben das Wort "Sozialstaat" ununterbrochen. Ein "Sozial" im Bereich links oben ist als Akzent rot gefärbt.
Pieter Vanhuysse, 04.08.2022
Sozialpolitik persönlich nehmen: Wie die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale Wohlfahrtseinstellungen beeinflussen
Die berühmten „Big-Five“-Persönlichkeitsmerkmale – Neurotizismus, Offenheit, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Extrovertiertheit – sind in der Psychologie ein bewährtes Konzept und Arbeitsinstrument. Die „Big Five“ erfassen die tieferen psychologischen Grundlagen, die die Sicht der Menschen auf die Welt beeinflussen und wie sie auf die verschiedenen Reize des Lebens reagieren. Insbesondere ein Merkmal hat dabei Einfluss auf die Einstellung zum Wohlfahrtsstaat.
weiterlesen
Ein zerkratzter Sticker mit der Aufschrift "Arbeit, Angst, Konsum" klebt an einer Laterne. Das Foto ist Schwarzweiß.
Werner Eichhorst, 09.06.2022
Befristung, Teilzeitarbeit und Minijobs – Wird atypische Beschäftigung das neue Normal?
Auf Europas Arbeitsmärkten herrscht die Vielfalt: In den letzten drei oder vier Jahrzehnten haben sich die unterschiedlichsten Erwerbsformen etabliert. Je nach Land haben sich die verschiedensten Vertragstypen entwickelt und an Gewicht gewonnen.
weiterlesen
Sieben uralte und verstaubte Bücher lehnen auf einem Regalbrett.
Cornelius Torp, 02.06.2022
Does History Matter? Zur Rolle der Geschichtswissenschaft in der Sozialpolitikforschung
Wenn man als Historiker – üblicherweise als einziger Vertreter seines Faches – als Referent auf sozialpolitischen Fachtagungen auftritt, hat das zuweilen den Charakter einer „Vorgruppe“ bei einem Rockkonzert, die zuständig dafür ist, den Saal auf „Temperatur“ zu bringen. Für die nachfolgenden Redner und Rednerinnen jedenfalls spielt die historische Dimension zumeist keine Rolle, sie richten ihr Augenmerk auf gegenwärtige sozialpolitische Probleme und beziehen sich in ihren Analysen auf möglichst aktuelle empirische Daten.
weiterlesen
Ein Demonstrationsschild zeigt die bunte Aufschrift "Earth is more valuable than money" und eine aufgemalte Erdkugel.
sozialpolitikblog-Gespräch. 02.06.2022
„Entscheidend wird sein, wie die Lasten verteilt werden“
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) gibt es mit Vorläufern seit fast 100 Jahren. Gerhard Timm ist seit 2009 Geschäftsführer der BAGFW. Im sozialpolitikblog-Gespräch redet er über den Klimaschutz, dessen Sozialverträglichkeit und die Erfolge und Schwierigkeiten, die den Wohlfahrtsverbänden auf dem Weg zur Klimaneutralität begegnen.
weiterlesen